Rezept · Klassiker der Wildküche

Hirschgulasch — der klassische Schmorbraten

Lange schmoren, dunkle Sauce, kräftiges Aroma. So gelingt Hirschgulasch — Schritt für Schritt aus der Thüringer Wildküche.

Wildfleisch zugeschnitten — fein, mager, dunkel
Hirschfleisch in Würfeln — Grundlage für ein klassisches Hirschgulasch.

Hirschgulasch — der ehrliche Klassiker

Hirschgulasch ist eines der Rezepte, das eine Wildküche definiert. Lange schmoren, dunkle Sauce, kräftiges Aroma — und am Ende ein Gericht, das den Alltag verlässt und einen Sonntag wert ist. Wir verwenden für unser Hirschgulasch das, was wir Hirsch-Edelgulasch nennen: gut zugeschnittene Würfel aus Schulter, Hals oder Wade — Fleisch mit genug Bindegewebe, um beim Schmoren zart und saftig zu werden.

Was Sie ungefähr brauchen

  • Hirsch-Edelgulasch — gewürfelt, etwa 700–800 g für 4 Personen
  • Wurzelgemüse — Karotten, Sellerie, Petersilienwurzel, Lauch
  • Zwiebeln und Knoblauch — kräftig, in groben Würfeln
  • Tomatenmark — ein guter Esslöffel, gut angeröstet
  • Trockener Rotwein — kein zu süßer, ein einfacher Spätburgunder o. ä.
  • Wildfond oder kräftige Brühe
  • Gewürze: Wacholderbeeren, Lorbeer, Pfeffer, Salz, optional Pimentkorn
  • Optional: Ein Stück Zartbitterschokolade, ein Schuss Preiselbeeren, etwas Sahne zum Schluss

Mengenangaben sind Richtwerte. Wer ein konkretes Rezept mit Grammangaben sucht, findet eines auf unserer Wildrezepte-Seite.

Schritt für Schritt

  • 1. Fleisch trockentupfen, leicht salzen. Butterschmalz oder Pflanzenöl in einem schweren Topf erhitzen.
  • 2. Fleischwürfel portionsweise scharf anbraten — nicht zu viel auf einmal in den Topf, sonst kocht das Fleisch statt zu bräunen. Herausnehmen.
  • 3. Im selben Topf Zwiebeln und Wurzelgemüse anbraten, bis Farbe entsteht. Tomatenmark dazugeben, kurz mitrösten — das macht die Sauce dunkel und tief.
  • 4. Mit Rotwein ablöschen, Bratenrückstände vom Boden lösen. Wildfond und Gewürze (Wacholder, Lorbeer, Pfeffer) zugeben. Fleisch zurück in den Topf geben.
  • 5. Bei niedriger Temperatur etwa 1,5 bis 2 Stunden zugedeckt schmoren lassen, gelegentlich umrühren. Der Topf sollte nur leise blubbern.
  • 6. Vor dem Servieren abschmecken. Wer mag, fügt jetzt einen Klecks Preiselbeeren, ein Stück Zartbitterschokolade oder einen Schuss Sahne hinzu — alles Geschmackssache.

Beilagen

  • Hausgemachte Spätzle oder Knöpfle
  • Kartoffelpüree oder Petersilienkartoffeln
  • Selbstgemachter Semmelknödel
  • Rotkohl oder gebratene Steinpilze

Tipps aus der Wildküche

  • Zeit ist die wichtigste Zutat. Hirschgulasch wird am Tag nach dem Kochen oft noch besser — gerne einen Tag früher zubereiten und nur aufwärmen.
  • Kein Mehl ans Fleisch. Die Sauce wird durch das geröstete Tomatenmark und das Wurzelgemüse von selbst sämig genug.
  • Ehrlich würzen. Wacholder und Lorbeer ja — aber das Wild soll im Vordergrund bleiben, nicht eine Gewürzwand.

Häufige Fragen

Welches Stück eignet sich am besten für Hirschgulasch?

Klassisch verwenden wir Hirsch-Edelgulasch — Fleisch aus Schulter, Hals oder Wade, gewürfelt. Es hat genug Bindegewebe, um beim langen Schmoren zart und saftig zu werden, und ist preislich angenehmer als Rückenstücke.

Muss man Hirschgulasch vorher beizen?

Bei jungem Hirsch aus freier Wildbahn ist eine Beize nicht zwingend nötig. Wer mag, legt das Fleisch über Nacht in eine Mischung aus Rotwein, Wurzelgemüse, Wacholder und Lorbeer ein — das gibt eine zusätzliche Aromatik, ist aber Geschmackssache.

Wie lange muss Hirschgulasch schmoren?

Rechnen Sie mit etwa 1,5 bis 2 Stunden bei niedriger Temperatur, je nach Stückgröße und Bindegewebeanteil. Das Gulasch ist fertig, wenn das Fleisch zart auseinanderfällt, ohne zu zerfallen.

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